Spurensuche an Mosel, Saar und Ruwer

Jüdische Mosel

Zwei Jahrtausende Geschichte — und das Schweigen danach

Die Moselregion war über fast zwei Jahrtausende christlich — katholisch & evangelisch — und jüdisch. Die Mosel: Heimat lebendiger jüdischer Gemeinden. Moselfränkisch: ein Klang, der im Jiddischen über die Welt verteilt noch mitschwingt. Das jüdische Erbe der Mosel ist ein besonderes, wertvolles Erbe.

Zum Einstieg

Überblick

Geschichte in vier Epochen

Von der Römerzeit über das Hochmittelalter, die Schutzjudenzeit und die Emanzipation bis zur Schoah und Gegenwart — ein chronologischer Gang durch zwei Jahrtausende jüdischer Geschichte an der Mosel.

Ort

Trier — älteste Gemeinde

Trier, die älteste Stadt Deutschlands, ist auch eine der ältesten jüdischen Gemeinden des Landes. Schon 1066 urkundlich erwähnt, vermutlich aber älter — mit Brüchen, Vertreibungen und Wiederkehr.

Persönlichkeit

Otto Loeb (1898–1974)

Promovierter Trierer Weinhändler, vom NS-Regime nach London vertrieben. Dort baute er eines der angesehensten Weinhäuser Großbritanniens auf — und blieb der Mosel ein Leben lang verbunden. Sein Buch „Moselle“ ist sein Vermächtnis.

Erinnerung

Friedhöfe, Synagogen, Stolpersteine

Wo heute das Gedenken lebt: jüdische Friedhöfe in Wittlich, Bernkastel und Beilstein, ehemalige Synagogen, Stolpersteine in zahlreichen Moselorten und das Emil-Frank-Institut in Wittlich.

Quellen

Bücher zur jüdischen Mosel

Kommentierte Literaturhinweise: das Standardwerk „Moselle“ von Otto Loeb, das „Vorläufige Gedenkbuch für die Juden von Trier“ von Reiner Nolden, die Schriften des Arye-Maimon-Instituts und vieles mehr.

Persönlichkeit

Karl Marx und Trier

Karl Marx wurde 1818 als Enkel des Trierer Rabbiners geboren. Sein Vater Heinrich Marx, einst Marx Levi Mardochai, ließ sich 1817 protestantisch taufen, um Anwalt bleiben zu dürfen. Die jüdische Herkunft prägte sein Denken weiter.

Über dieses Portal

Diese Seite ist ein privates Forschungs- und Erinnerungsprojekt von Dr. Thomas Prüm, Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Sie schließt eine Lücke zwischen den großen Themen der Moselregion: Wein, Schiefer und Schiffahrt sind reichlich dokumentiert — das jüdische Erbe weniger. Beide Geschichten sind miteinander verflochten.

Die Seite verbindet drei Zugänge:

Stationen einer Geschichte

Die jüdische Geschichte der Mosel ist keine gerade Linie. Sie ist eine Geschichte aus Aufstieg und Vertreibung, Zerstörung und Wiederkehr. Ein knapper Überblick:

Eine besondere Verbindung

Es ist ein deutscher Jude, der dem Moselwein dieses Denkmal gesetzt hat. — Dr. Daniel Deckers, FAZ, über Otto Loebs Buch „Moselle“ (1972)

Eine eigene Seite gilt Otto Loeb (1898–1974), dem Trierer Weinhändler, der in den Jahren der Verfolgung nach London emigrierte und von dort aus zu einem der wichtigsten Botschafter des deutschen Weins wurde. Sein Vater Sigmund Loeb war jahrzehntelang Präsident des Moselweinhändlerverbandes und Mitbegründer der Philharmonischen Gesellschaft Trier. Beide pflegten enge Verbindungen zu den großen Weingütern der Mittelmosel, darunter Joh. Jos. Prüm in Wehlen.