Wo das Gedenken heute lebendig ist: Friedhöfe, ehemalige und neue Synagogen, Stolpersteine, Forschungsstätten und Museen entlang der Mosel.

1. Jüdische Friedhöfe an der Mosel

Im Kreis Bernkastel-Wittlich allein haben sich jüdische Friedhöfe in folgenden Orten erhalten: Bausendorf, Bengel, Brauneberg, Enkirch, Kröv, Lieser, Lösnich, Neumagen-Dhron, Osann-Monzel, Thalfang, Trittenheim, Wittlich und Zeltingen-Rachtig.

Bedeutend sind insbesondere:

2. Synagogen — verloren und erhalten

Die meisten Moselsynagogen wurden in der Reichspogromnacht 1938 geplündert oder zerstört. Einige Gebäude haben überdauert — meist umgenutzt:

Bemerkenswerte ehemalige Synagogenstandorte finden sich daneben in Trittenheim, Münstermaifeld, Zell, Bruttig-Fankel und Ediger-Eller.

3. Stolpersteine

In zahlreichen Moselorten wurden Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig verlegt. Sie erinnern unmittelbar vor dem letzten frei gewählten Wohnsitz an die Deportierten und Ermordeten. In Bernkastel-Kues wurden zum 70. Jahrestag der Pogromnacht 2008 siebzehn Stolpersteine vor vier Häusern verlegt. Auch in Trier, Wittlich, Cochem, Zell und Koblenz sind Stolpersteine verlegt.

4. Forschungs- und Erinnerungsinstitutionen

Emil-Frank-Institut, Wittlich (1997). Trägerschaft: Universität Trier, Theologische Fakultät Trier und Stadt Wittlich. Das Institut ist Begegnungsort von Juden und Nichtjuden in Forschung, Lehre und Bildung. Es betreibt eine wissenschaftliche Bibliothek mit über 11.000 Medieneinheiten in Kooperation mit der Stadtbibliothek Wittlich. Forschungsschwerpunkt: jüdische Gemeinden in Mosel, Eifel und Hunsrück.

Arye-Maimon-Institut für Geschichte der Juden, Universität Trier (1996/97). Benannt nach dem in Deutschland geborenen israelischen Historiker Arye Maimon (Herbert Fischer), Mitherausgeber der Germania Judaica III. Forschungsschwerpunkt: Geschichte der Juden in West- und Mitteleuropa, insbesondere im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Mehrere Publikationsreihen, eigene Bibliographie mit über 16.000 Einträgen.

Stadtarchiv Trier. Bewahrt eine Fotosammlung zur jüdischen Familie Loeb sowie das „Vorläufige Gedenkbuch für die Juden von Trier 1938–1943“ (Reiner Nolden, 1994/1998). 2021 erschien ein städtischer Podcast zur Geschichte der Familie Loeb.

5. Museen und Dauerausstellungen

6. Lebendige Gegenwart — heutige jüdische Gemeinden

Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Landgemeinden entlang der Mittelmosel — Bernkastel, Wittlich, Beilstein, Cochem, Zell und die kleineren Orte — wurden in der Schoah ausgelöscht und nie wieder als eigene Kultusgemeinden gegründet. Aktive jüdische Gemeinden bestehen heute im engeren Moselraum nur noch an den beiden Endpunkten der Region:

Beide Gemeinden sind Anlaufstellen für Gottesdienste, Sozialarbeit, religiöse Unterweisung und Erinnerungsarbeit. Zwischen Trier und Koblenz — also auf der eigentlichen Mittel- und Untermosel — bestehen heute keine eingetragenen jüdischen Gemeinden mehr. Wo gelegentlich noch Gottesdienste oder Veranstaltungen stattfinden (etwa in der ehemaligen Synagoge Wittlich oder in Beilstein), geschieht das im Rahmen von Erinnerungsarbeit und Kulturveranstaltungen. Kontaktdaten der beiden Gemeinden finden sich auf der Kontaktseite.

Hinweis: Diese Liste ist nicht abschließend. Ergänzungen, Korrekturen und Hinweise auf weitere Erinnerungsorte sind willkommen — gerne über die Kontaktseite.