Cochem

Juden werden in Cochem schon 1242 erwähnt — zunächst als königliche, später als Trierer Kammerknechte. Eine durchgehende Gemeinde lässt sich allerdings erst seit dem frühen 19. Jahrhundert greifen: 1808 lebten 42 jüdische Personen in der Stadt.

Im 18. Jahrhundert sind dennoch einzelne wohlhabende Cochemer Juden gut belegt. Der kurtrierische Schutzjude Hirsch hatte einen Enkel, Wolf Hirsch (1766–1841), der als wohlhabender Mann in Cochem lebte (Erhebungsrolle von 1818: 108 Rthr 8 Sgr). Dessen Ehefrau Carotine Worms war Tochter eines in Paris tätigen Steueroberkontrolleurs; verzweigte Verwandtschaften reichten in die Familie Worms (Cochem — Paris — Karlsruhe — Metz) und in benachbarte Mosel-Gemeinden (Bruttig, Klotten, Ediger, Merl). Dies deutet auf gewachsene Strukturen lange vor der französischen Zählung von 1808 (Kasper-Holtkotte, Juden im Aufbruch, S. 171).

Seit 1860 stand in der Oberbachstraße die Synagoge der Cochemer Gemeinde, ergänzt 1897 durch ein kleines Schulgebäude nebenan. Nach den Aufzeichnungen von Yad Vashem und dem deutschen Gedenkbuch wurden 38 jüdische Einwohner Cochems Opfer der Schoah.

Zell an der Mosel

In Zell befand sich die Synagoge in unmittelbarer Nähe des Zeller Schlosses. Während der Pogromnacht im November 1938 wurde die Inneneinrichtung der Zeller Synagoge durch SA-Mitglieder aus Traben-Trarbach zerstört; auf Brandstiftung wurde wegen der Brandgefahr für Nachbargebäude verzichtet. 27 Juden aus Zell fielen der Schoah zum Opfer.

Weitere Gemeinden im Raum Cochem-Zell

In der Region Cochem-Zell gab es bis ins 20. Jahrhundert weitere kleinere jüdische Gemeinden — in Beilstein (eigene Seite), Bruttig-Fankel, Ediger-Eller, Merl u. a. Sie alle teilten ein ähnliches Schicksal: die schrittweise Abwanderung in die Städte im 19. Jahrhundert und die Auslöschung in der NS-Zeit. Der jüdische Friedhof in Cochem ist erhalten und dokumentiert.

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